Cover by Elena Schweitzer/fotolia.com
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Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird.

 

(Altes klingonisches Sprichwort)

 

Die Lagerhalle

Ihr Schädel hämmerte, drohte zu explodieren. Solch schreckliche Kopfschmerzen erlitt sie noch nie. Sie erinnerte sich nur an den Knüppel, der ihrem Gesicht entgegengekommen war. Was danach geschah, wusste sie nicht mehr. Alles um sie herum hüllte sich in tiefes Schwarz. Laute Schritte, leises Weinen und Schluchzen, unmenschliches Lachen vernahm sie, als sie aus ihrer Ohnmacht erwachte. Sie konnte sich nicht vorstellen, wo sie sich aufhielt und wer sie hierher brachte.

Ihre Wange fühlte sich kalt an. Sie lag auf dem Boden. Ihre Nase schmerzte, schien gebrochen zu sein.

Langsam öffnete Jenna die Augen, blinzelte, gewöhnte sich nur schwer an das grelle Licht der Neonröhre über sich. Es verstärkte ihre Schmerzen, machte sie beinahe unerträglich. Hinter ihren Schläfen ein unangenehmes Pochen. Sie drückte die Hände dagegen, um es zu unterdrücken.

Vor ihr offenbarte sich ein Anblick, der ihr den Atem raubte und sie all ihr Leiden vergessen ließ: Sie hielt sich in einer alten, schmuddeligen Lagerhalle auf. Überall sah sie Schimmel an den Wänden. Risse zierten alte Lüftungsrohre. Scheinbar hatte sie lange niemand mehr gewartet.

Vollkommende Leere befand sich in ihr, bis auf sieben Metallstühle, die vor ihr dicht nebeneinander in einer Reihe standen. Auf ihnen saß ihre gesamte Familie. Ihre Eltern, ihr zwölfjähriger Bruder, ihre sechsjährige Schwester, ihre Großmutter, Tante und die beiden Onkel. Ihre Oberkörper waren an die Lehnen gefesselt, konnten sich nicht bewegen. Auf ihren Mündern klebte graues Klebeband, ihre Augen starrten sie tränengefüllt, ängstlich und fragend an.

Schließlich sah sie jemanden, der all ihre verlorenen Erinnerungen zurückbrachte: Kraven! Erster Sohn des Dracula und ebenso gefährlich und blutrünstig wie sein Vater. Nur war dieser Mistkerl vor ihr um einiges kränker. Während der Ur-Vampir ein Opfer ersehnte, um die Menschen in Frieden zu lassen, tötete Kraven einfach jeden, der ihm über den Weg lief. Oder verwandelte sie in seinesgleichen, um die Rasse der Blutsauger zu vergrößern.

Sie begegnete ihm vor zwei Jahren, entging nur knapp seinem Blutdurst. Ein junger Vampirjäger, dessen Namen sie nie erfuhr, rettete ihr das Leben.

Wieso Draculas Sohn ihre Angehörigen hierhergeholt hatte, wusste sie nicht, jedoch verhieß das gewiss nichts Gutes.

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Eine schwere Last 

Wie lange sie so schon da sitzt, weiß sie nicht, sie weiß nur, dass sie es endlich hinter sich bringen muss. Immer wieder richtete Isy die Pistole auf ihre Mutter, brachte es bis jetzt aber nicht übers Herz, sie von ihrem grausamen Zustand zu befreien.

Tom hat sich nicht mehr bei ihr blicken lassen. Vielleicht inspiziert er gerade den Rest des Hauses. Wenn irgendetwas wäre, hätte er sich schon längst gemeldet.

Isy steht schwerfällig auf, geht hinter das Fußende des elterlichen Ehebettes - ein großes, rustikales Bett aus Eiche - und richtet erneut die Waffe auf ihre untote Mutter. Ihre Arme zittern, sie kann sie kaum stillhalten, um gescheit zu zielen. Plötzlich scheint Anita aggressiv zu werden, schlägt immer wilder mit Armen und Beinen aus. Ein Seil reißt, ihr linker Arm ist frei und greift in Isys Richtung. Komm schon, Isy! Schieß! Doch Isy steht weiterhin wie erstarrt da und ringt mit sich, endlich den entscheidenden Schuss zu tätigen.

Das Seil, das Anitas rechten Arm festhält, spannt sich und die Fasern reißen, bis ihr gesamter Oberkörper frei ist. Sie richtet sich blitzschnell auf, reißt ihren Mund auf, Speichel tropft von ihren blutverschmierten Zähnen. Ihre Hände kommen ihr rasend schnell entgegen, woraufhin Isy aus dem Schreckmoment heraus den Abzug betätigt und ihrer Mutter in den Kopf schießt. Blut spritzt in ihre Richtung, ehe der Körper leblos zurück aufs Bett fällt.

Isy lässt die Waffe fallen, ihre Hände sind zu schwitzig und zittrig, um sie weiterhin halten zu können. Ihr Körper schwankt, ihre Beine drohen, unter ihr nachzugeben. Sie spürt, wie ihr Magen rebelliert, sie muss aufstoßen, ein bitterer Geschmack breitet sich in ihrem Mund aus. Wie eine Fontäne schießt flüssiges Erbrochenes aus ihr heraus, direkt auf das offene Bein ihrer Mutter. Ihr wird immer heißer, der Schweiß bricht ihr aus. Sie muss einfach raus hier. Mit letzter Kraft greift sie nach ihrer Waffe und rast förmlich die Treppe herunter. Wie in Trance bewegt sie sich fort, stößt plötzlich gegen jemanden, schreit erschrocken auf.

Bücher von Jessica Lobe:

 

Allan - Das Relikt der Götter

Allan - Die Suche nach dem Ich

Die Offenbarung der Schleicher - Der Ausbruch

Jennas Rache - Das fertige Manuskript befindet sich in der Überarbeitungsphase; Klappentext findet ihr unter Bibliographie!

Maraya und das Geheimnis des Königs - Derzeitiger Stand: 219 Seiten

Die Offenbarung der Schleicher Folge 2 - Aktueller Stand 36 von ca. 100 Seiten!

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